#THROWBACK: Grundwehrdienst 1989 – „Fall der Mauer“ auf Dienstplan

Quanticon Maschinenraum der Politik Michael Kraess Grundwehrdienst

Ich hatte das Glück meinen Grundwehrdienst in einer sehr interessanten Zeit zu leisten, und zwar im vierten Quartal 1989. Übrigens beim 3. Luftwaffenausbildungsregiment in Mengen (Baden-Württemberg).

Ich weiß, die Luftwaffe stand im Ruf die „eleganteste Art der Verweigerung“ zu sein. Aber gedient ist gedient…:). Und nach der neuen Regelung des Bundesministeriums der Verteidigung bin ich damit nun sogar offiziell ein Veteran…:):):). Ich habe nun wirklich nicht damit gerechnet, zu dieser Ehre zu kommen, aber insgeheim freut es einen dann halt doch ein bisschen.

Aber auf jeden Fall war es interessant den Zusammenbruch der DDR und den Fall Mauer dort zu erleben. Wir einfachen „Flieger“ hatten zwar nicht den Eindruck, dass wir in erhöhter Alarmbereitschaft waren. Absolut Alert waren wir ja sowieso immer…:) Aber wir mussten in der Kaserne Notunterkünfte für „DDR-Bürger“ aufbauen und am 09. November 1989 stand die TV-Übertragung des Falls der Mauer auf dem offiziellen Dienstplan.

Bin gespannt, ob mich auf dem Bild überhaupt jemand findet.

 

MdP – MUST READ: Interview mit Georg Fahrenschon, Sparkassenpräsident

Persönliche Vorbemerkung
Ich schätze Georg Fahrenschon sehr und ich durfte seinen Werdegang aus relativer Nähe verfolgen. Während meiner Mitgliedschaft im Vorstand der Jungen Union Bayern war er stellvertretender Bundesvorsitzender der JU und später Mitglied des Bundestages und Bayerischer Staatsminister der Finanzen.

Im Laufe der Jahre hat sich mein Eindruck immer weiter verfestigt, dass er eine Persönlichkeit ist, die wirklich integrieren kann, unterschiedliche Positionen ernst nimmt und in seine Meinungsbildung aufnimmt. Ich kann nur bestätigen, dass er in jeder Faser ein wahrer Demokrat ist.

Ich hoffe sehr, dass er die Bundesrepublik Deutschland eines Tages in internationalen Organisationen wie dem IWF oder der Weltbank repräsentieren kann. 

Das Interview erschien auf faces-of-democracy.org und wurde vom Sven Lilienströn geführt. Es wurde auch auf wallstreet-online.de veröffentlicht. 


Quanticon - Maschinenraum der Politik Fahrenschon 280917


Georg Fahrenschon ist seit 2011 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) – dem Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe. Zuvor war der 49-jährige gebürtige Münchner Bayerischer Staatsminister der Finanzen. Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie (www.faces-of-democracy.org), sprach mit Georg Fahrenschon über wehrhafte Demokratie, Europa als Gegenmodell zu Fatalismus und Unterdrückung und die Notwendigkeit, die Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Herr Fahrenschon, die erste Frage an die „Gesichter der Demokratie“ lautet stets: Welchen Stellenwert haben Demokratie und demokratische Werte für Sie ganz persönlich?

Mein Vater wurde 1923 geboren und gegen seinen Willen Soldat und hat den Krieg überlebt. Meine Mutter wurde aus dem Sudetenland vertrieben. Ich kandidierte als 21-jähriger für den Gemeinderat meiner Heimatgemeinde Neuried und wurde später auch zum Mitglied des Kreistags des Landkreises München gewählt. Ab 2002 gehörte ich für fünf Jahre dem Deutschen Bundestag an bevor ich im Jahr 2007 zum Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen ernannt wurde. Im Oktober 2008 bekleidete ich das Amt des Finanzministers des Freistaats Bayern. Von 2011 bis 2012 war ich zudem Mitglied des Landtags. Zusammengefasst habe ich in meinem Leben also das gesamte Innenleben unserer Demokratie kennen gelernt – mit Ausnahme des Europäischen Parlaments. Ich bin nicht nur ein zutiefst politischer Mensch, sondern auch mit jeder Faser Demokrat. Deswegen vermittle ich diese Werte auch mit voller Überzeugung den nachfolgenden Generationen, nicht zuletzt meinen eigenen Kindern, und lebe diese auch im Berufsleben Tag für Tag.

Auf der Internetseite der Sparkasse ist zu lesen: „Wahlen gehören zur Demokratie wie das S zur Sparkasse.“ Was verbindet die Sparkasse mit der Demokratie?

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist bis in die Knochen dezentral und basisdemokratisch organisiert! Wir sind quasi das Spiegelbild der gesamten Bundesrepublik, wei unser Aufbau den Strukturen des ganzen Landes entspricht. Zwölf Regionalverbände, sieben Landesbankkonzerne und die DekaBank. Alles sachgerecht austariert und paritätisch besetzt. Die Verwaltungsräte der 390 deutschen Sparkassen sind auf breiter Basis direkt demokratisch legitimiert: Das sind vor allem die Bürgermeister undBürgermeisterinnen, Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen sowie Landräte und Landrätinnen, die sich regelmäßig dem Votum ihrer Bürger stellen müssen. Das mag uns auf den ersten Blick komplizierter als unsere privaten Mitbewerber machen. Aber es ist auf jeden Fall demokratisch und das ziemliche Gegenteil von den oft zitierten immer gleichen Aufsichtsräten der so genannten „Deutschland AG“. Der EU-Binnenmarkt ist der größte gemeinsame Wirtschaftsraum der Welt.

Wie bewerten Sie den Wunsch einzelner Regierungen oder Parteien nach mehr nationaler Autonomie oder gar einem EU-Austritt?

Der langjährige Bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß hat einmal den Dreiklang gebildet: „Bayern ist meine Heimat, Deutschland mein Vaterland und Europa meine Zukunft“. Dieser Satz ist nicht nur zeitlos, er hat sogar für mich heute mehr Bedeutung als jemals zuvor. Und wenn Stimmenfänger vom äußerst rechten oder linken Rand des politischen Spektrums den Menschen vorgaukeln, dass Deutschland Europa nicht brauche oder möglicherweise sogar stärker sei ohne die EU, muss man dem entschieden entgegen treten: Europa ist keine einfache Konstruktion. Aber es gibt eben keine einfachen Antworten auf die vielfältigen und komplexen Herausforderungen unserer Welt. Das ist heute so und das war übrigens auch in den 1930er Jahren nach der Weltwirtschaftskrise so. Die größten chinesischen Banken haben mehr Kunden als die EU Einwohner hat. Wäre Deutschland als stark exportabhängige Nation auf sich allein gestellt, wäre es ein Fliegengewicht und hätte eine schwache Verhandlungsposition in allen relevanten Fragen des internationalen Handels, des Umweltschutzes, der Rechtsstaatlichkeit und bei den Menschenrechten. Für die Generation von Helmut Kohl, Helmut Schmidt und Willy Brandt war Europa eine Frage von Krieg und Frieden. Das ist für die Menschen heute nur noch eine abstrakte Gefahr. Heute ist Europa deshalb vor allem eine Frage von Freiheit und Wohlstand. Das müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen und das gilt es zu bewahren. Für das Wohl der nächsten Generationen und als Gegenmodell zu Fatalismus und Unterdrückung.

Laut Bertelsmann-Studie sind Populisten in Deutschland häufig enttäuschte Demokraten, aber keine radikalen Feinde der Demokratie. Also alles nur halb so wild?

Protestbewegungen hat es immer gegeben – und ebenso Parteien, die diese Strömungen aufgesaugt und instrumentalisiert haben. Es ist halt einfacher, auf den Putz zu hauen als die komplizierten Zusammenhänge in Wirtschaft und Gesellschaft zu erklären und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten. Daher ist es so wichtig, dass die Führungspersönlichkeiten in Politik und Wirtschaft die Menschen auch mitnehmen bei ihren Entscheidungen und gut erklären, warum sie so handeln, wie sie handeln. Und sie müssen dabei verständlich und nahbar bleiben. Sonst verlieren sie die Menschen an diese Stimmenfänger. Der DSGV möchte mit transparenter Verbandsarbeit eine lebendige Demokratie fördern.

Was verstehen Sie unter „transparenter Verbandsarbeit“ und wo liegen die Grenzen der Transparenz?

Das was ich von Managern und Politikern gefordert habe, muss natürlich auch für mich und alle anderen Funktionsträgern in der Sparkassen-Finanzgruppe gelten. Das heißt: Erklären, warum bestimmte Entscheidungen notwendig sind und nachvollziehbar machen, wer was wann und warum entschieden hat. Die Grenzen sehe ich dort, wo die Privatsphäre von Führungskräften und Mitarbeitern tangiert wird. Zum Beispiel in der Frage, ob man die Gehälter von Vorständen personenbezogen offen legen muss.

Herr Fahrenschon, welche beruflichen und privaten Ziele haben Sie sich für die kommenden 20 Jahre gesetzt?

Wenn ich zurückblickend feststellen kann, dass auch die Generationen nach mir in einer stabilen und wehrhaften Demokratie aufgewachsen sind und sie diese nach wie vor für das politische System halten, das am ehesten Gerechtigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung garantiert, dann habe ich alles richtig gemacht. Und wenn es mir während meiner Amtszeit als Sparkassenpräsident gelungen ist, dass die Sparkassen Marktführer bleiben, weil auch im Jahr 2037 Sparkassenkunden vom Geschäftsmodell der Sparkassen überzeugt sind, wäre das für mich persönlich die Sahne auf dem Stück Kuchen!

Vielen Dank für das Interview Herr Fahrenschon!

Das Interview erschien auf: Initiative Gesichter der Demokratie Das Interview führte Sven Lilienström Mehr zum Thma Euro/Europa/Sparkasse/Sparkassen/Georg Fahrenschon

MdP – BUNDESTAGSWAHL: Mein persönliches Essay zum Ausgang der Bundestagswahl

Anmerkungen zum Ausgang der Bundestagswahl –
Versuch einer „chart-technischen Analyse“ – oder ist es doch die Glaskugel-Methode?


 

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„Prognosen sind immer schwierig – vor allem wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.“

Franz Josef Strauß
– der wohl doch eher seine CSU wählen würde…:) –



Größere Überraschung möglich

Es gibt einige „chart-technische“ Signale, dass wir morgen Abend eine Überraschung bei den Wahlen erleben werden und die tatsächlichen Ergebnisse von den Umfrage-Ergebnissen abweichen werden.

Dies ist meine persönliche Meinung, die sich auf eine gewisse technische Expertise bei politischen Prognosen, aber auch Erfahrungen sowie Intuition stützt.

Aber letztendlich ist die doch nur ein Blick in die Glaskugel. Ich hoffe, dass ich mit diesem Essay „meine fünf Cent“ zur Mobilisierung aller Wähler beigetragen habe.


Welche „technischen Signale“ gibt es?

Last-Minute Swift – der unentschlossenen Wähler
Bestimmte Wähler wollen zu den Gewinnern gehören, die den Sieger unterstützt haben. Deshalb sind die letzten publizierten Umfrageergebnisse und die letzten Berichterstattungen aus dem Wahlkampf sehr bedeutend, da diese Last-Minute-Trends in der Regel in der Wahlkabine noch verstärkt werden.

Was wurde nun gestern und heute hierzu berichtet:

– CDU verliert leicht (-2%, 34%)
– SPD verliert noch weiter (-1%, 21%)
– AfD wird noch stärker (+2%, 13%)
– Grüne gewinnen (+1%, 9%)
– FDP stabil (9%)
– Linke stabil (11%)
– Letzte Schlagzeilen: Merkel auf Marienplatz ausgebuht
– Letzte Schlagzeilen: Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb


Struktureller Fehler in den Umfragetechniken-
Stigmatisierungsangst nicht ausreichend berücksichtigt

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA, bei der Brexit Abstimmung in UK und auch bei den letzten deutschen Landtagswahlen wurden die Ergebnisse von Trump, den Brexit-Befürwortern und der Anteil der AfD Wähler unterschätzt.

Dies liegt daran, dass viele befragten Wähler sich bei einer Umfrage einfach nicht trauen ihre wahre Absicht preis zu geben, da sie befürchten „stigmatisiert“ zu werden, wenn sie gegen das vorherrschende mediale Narrativ stimmen werden. Ein solches Verhalten gilt als politisch unkorrekt.

Ich empfehle deshalb auf die Umfrage-Ergebnisse der AfD mindestens 2,5% zu addieren.


Leihstimmen- Effekt

Diesen Effekt gibt es in nennenswerter Höhe nur zwischen Union und FDP. Da die FDP stabil bei 8 bis 9% liegt und relativ sicher wieder ins Parlament kommt wird es zu keinen nennenswerten Leihstimmen von der Union für die FDP kommen.


Mobilisierungsgrad der Stamm-Wähler nach Parteien

Linke
Die überraschend guten Ergebnisse der AfD in den letzten Umfragen wird nochmals zu einer kurzfristigen, zusätzlichen Mobilisierung der Wähler der Linken führen.

FDP
Der Mobilisierungsgrad der Wähler der FDP ist in den Umfrageergebnissen realistisch „eingepreist“. Kurzfristige Mobilisierungsgewinne wird es nicht mehr geben.

Grüne
Da die Grünen in den letzten Monaten immer um das parlamentarische Überleben gekämpft haben, wird es zu keiner zusätzlichen, kurzfristigen Mobilisierung kommen. Der Mobilisierungsgrad ist bereits sehr hoch und ist in den Umfrageergebnissen gut „eingepreist“.

SPD
Nach meiner Meinung wird die SPD ebenfalls keine kurzfristige Schluss-Mobilisierung ihrer Stammwähler erreichen können. Man schaue sich hierzu die Aussagen von Klaus von Dohnanyi an.

AfD
Ich rechne damit, dass die AfD auf den letzten Metern ihre Anhängerschaft noch weiter mobilisieren kann, da ein politisches „Erdbeben“ möglich erscheint. Manche AfD Anhänger sollen es sogar für möglich halten, die zweistärkste Kraft im Parlament, vor der SPD, zu werden.

Union
Ich denke, dass die Union eine kurzfristige, zusätzliche Mobilisierung erreichen kann, da die AfD überproportional bedrohlich ist. Genau in dieser Frage, wie hoch das Mobilisierungspotential der Union ist, liegt die große Unbekannte dieser Wahl. 


Meine Prognosen zum Wahlausgang
Mein Versuch einer „technischen“ Analyse führt mich zu folgenden Ahnungen für die Wahl morgen.

Union
Die Union bleibt stärkste Kraft im Bundestag. Sie wird aber erhebliche Verluste im Vergleich zur letzten Wahl haben. Ich rechne mit einem Stimmenanteil zwischen 32% und 36%.

Wie gesagt liegt die große Spanne an der großen Unbekannten dieser Wahl: Dem Mobilisierungsgrad der „ruhigen“ Mitte. 

CSU
Die CSU wird innerhalb der Union an Stärke gewinnen, da ihre Verluste an die AfD lange nicht so hoch sein werden, wie die der CDU.

SPD
Die SPD wird bei 20% bis 22% liegen.

Linke
Die Linke wird ca. 12% der Stimmen bekommen.

Grüne
Die Grünen sehe ich bei 8% bis 9%.

FDP
Die FDP wird ebenfalls zwischen 8% und 9% liegen.

AfD
Die AfD wird ein Ergebnis zwischen 14% bis 17% erhalten.


Schlussbemerkung
Der Ausgang der Wahl wird zu einer starken AfD führen und einer Union, die mit weitem Abstand stärkste Kraft bleibt.

Diese beiden Parteien, werden sich, wohl zu Recht, zu den Siegern erklären. Die AfD weil sie überraschend stark ins Parlament gekommen sein wird. Die Union weil sie, als mit Abstand stärkste Partei, den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten haben wird.

Ob dies „nur“ ein politisches Erdbeben oder ein starkes politisches Erdbeben mit Tsumani wird, hängt davon, wie stark der Mobilisierungsgrad der Unions-Wähler sein wird. Und wie sich der Last-Minute Swift zwischen diesen beiden „Wahlsiegern“ aufteilen wird.

Selten war der Ausgang einer Bundestagswahl so spannend und so wichtig.

Wilfried Scharnagl: Ein Titan der bayerischen und deutschen Politik

Michaels Meinung:

Mit der prägendste politische Einfluss auf mich war und ist Wilfried Scharnagl. Ein herausragender konservativ-liberaler Intellektueller und eine CSU-Legende. Ich bin sehr stolz ihn persönlich zu kennen und einen guten Kontakt zu ihm zu haben. Seine Energie, seine Standpunkte, seine Argumente, sein Wissen, seine Erfahrung, sein Humor und seine Menschlichkeit inspirieren und motivieren mich seit sehr langer Zeit.

Wilfried Scharnagl gehört mit Sicherheit zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der CSU.

Das Foto entstand bei einer Veranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung zum 100. Geburtstag „seines“ Franz Josef Strauß.

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