MdP – BUNDESTAGSWAHL: Wer hat diesmal AfD gewählt? – Intelligenter Artikel von Anabel Schunke

Im Medien Dschungel wird sehr, sehr viel über die Ergebnisse der Bundestagswahl geschrieben, leider meist oberflächlich und im Narrativ des jeweiligen Kontextes bleibend.

Selten liest man mal etwas wirklich Schlaues. Den Artikel von Anabel Schunke, der auf „Tichys Einblick“ publiziert wurde, finde ich allerdings wirklich lesenswert.

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MdP – BUNDESTAGSWAHL: Mein persönliches Essay zum Ausgang der Bundestagswahl

Anmerkungen zum Ausgang der Bundestagswahl –
Versuch einer „chart-technischen Analyse“ – oder ist es doch die Glaskugel-Methode?


 

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„Prognosen sind immer schwierig – vor allem wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.“

Franz Josef Strauß
– der wohl doch eher seine CSU wählen würde…:) –



Größere Überraschung möglich

Es gibt einige „chart-technische“ Signale, dass wir morgen Abend eine Überraschung bei den Wahlen erleben werden und die tatsächlichen Ergebnisse von den Umfrage-Ergebnissen abweichen werden.

Dies ist meine persönliche Meinung, die sich auf eine gewisse technische Expertise bei politischen Prognosen, aber auch Erfahrungen sowie Intuition stützt.

Aber letztendlich ist die doch nur ein Blick in die Glaskugel. Ich hoffe, dass ich mit diesem Essay „meine fünf Cent“ zur Mobilisierung aller Wähler beigetragen habe.


Welche „technischen Signale“ gibt es?

Last-Minute Swift – der unentschlossenen Wähler
Bestimmte Wähler wollen zu den Gewinnern gehören, die den Sieger unterstützt haben. Deshalb sind die letzten publizierten Umfrageergebnisse und die letzten Berichterstattungen aus dem Wahlkampf sehr bedeutend, da diese Last-Minute-Trends in der Regel in der Wahlkabine noch verstärkt werden.

Was wurde nun gestern und heute hierzu berichtet:

– CDU verliert leicht (-2%, 34%)
– SPD verliert noch weiter (-1%, 21%)
– AfD wird noch stärker (+2%, 13%)
– Grüne gewinnen (+1%, 9%)
– FDP stabil (9%)
– Linke stabil (11%)
– Letzte Schlagzeilen: Merkel auf Marienplatz ausgebuht
– Letzte Schlagzeilen: Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb


Struktureller Fehler in den Umfragetechniken-
Stigmatisierungsangst nicht ausreichend berücksichtigt

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA, bei der Brexit Abstimmung in UK und auch bei den letzten deutschen Landtagswahlen wurden die Ergebnisse von Trump, den Brexit-Befürwortern und der Anteil der AfD Wähler unterschätzt.

Dies liegt daran, dass viele befragten Wähler sich bei einer Umfrage einfach nicht trauen ihre wahre Absicht preis zu geben, da sie befürchten „stigmatisiert“ zu werden, wenn sie gegen das vorherrschende mediale Narrativ stimmen werden. Ein solches Verhalten gilt als politisch unkorrekt.

Ich empfehle deshalb auf die Umfrage-Ergebnisse der AfD mindestens 2,5% zu addieren.


Leihstimmen- Effekt

Diesen Effekt gibt es in nennenswerter Höhe nur zwischen Union und FDP. Da die FDP stabil bei 8 bis 9% liegt und relativ sicher wieder ins Parlament kommt wird es zu keinen nennenswerten Leihstimmen von der Union für die FDP kommen.


Mobilisierungsgrad der Stamm-Wähler nach Parteien

Linke
Die überraschend guten Ergebnisse der AfD in den letzten Umfragen wird nochmals zu einer kurzfristigen, zusätzlichen Mobilisierung der Wähler der Linken führen.

FDP
Der Mobilisierungsgrad der Wähler der FDP ist in den Umfrageergebnissen realistisch „eingepreist“. Kurzfristige Mobilisierungsgewinne wird es nicht mehr geben.

Grüne
Da die Grünen in den letzten Monaten immer um das parlamentarische Überleben gekämpft haben, wird es zu keiner zusätzlichen, kurzfristigen Mobilisierung kommen. Der Mobilisierungsgrad ist bereits sehr hoch und ist in den Umfrageergebnissen gut „eingepreist“.

SPD
Nach meiner Meinung wird die SPD ebenfalls keine kurzfristige Schluss-Mobilisierung ihrer Stammwähler erreichen können. Man schaue sich hierzu die Aussagen von Klaus von Dohnanyi an.

AfD
Ich rechne damit, dass die AfD auf den letzten Metern ihre Anhängerschaft noch weiter mobilisieren kann, da ein politisches „Erdbeben“ möglich erscheint. Manche AfD Anhänger sollen es sogar für möglich halten, die zweistärkste Kraft im Parlament, vor der SPD, zu werden.

Union
Ich denke, dass die Union eine kurzfristige, zusätzliche Mobilisierung erreichen kann, da die AfD überproportional bedrohlich ist. Genau in dieser Frage, wie hoch das Mobilisierungspotential der Union ist, liegt die große Unbekannte dieser Wahl. 


Meine Prognosen zum Wahlausgang
Mein Versuch einer „technischen“ Analyse führt mich zu folgenden Ahnungen für die Wahl morgen.

Union
Die Union bleibt stärkste Kraft im Bundestag. Sie wird aber erhebliche Verluste im Vergleich zur letzten Wahl haben. Ich rechne mit einem Stimmenanteil zwischen 32% und 36%.

Wie gesagt liegt die große Spanne an der großen Unbekannten dieser Wahl: Dem Mobilisierungsgrad der „ruhigen“ Mitte. 

CSU
Die CSU wird innerhalb der Union an Stärke gewinnen, da ihre Verluste an die AfD lange nicht so hoch sein werden, wie die der CDU.

SPD
Die SPD wird bei 20% bis 22% liegen.

Linke
Die Linke wird ca. 12% der Stimmen bekommen.

Grüne
Die Grünen sehe ich bei 8% bis 9%.

FDP
Die FDP wird ebenfalls zwischen 8% und 9% liegen.

AfD
Die AfD wird ein Ergebnis zwischen 14% bis 17% erhalten.


Schlussbemerkung
Der Ausgang der Wahl wird zu einer starken AfD führen und einer Union, die mit weitem Abstand stärkste Kraft bleibt.

Diese beiden Parteien, werden sich, wohl zu Recht, zu den Siegern erklären. Die AfD weil sie überraschend stark ins Parlament gekommen sein wird. Die Union weil sie, als mit Abstand stärkste Partei, den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten haben wird.

Ob dies „nur“ ein politisches Erdbeben oder ein starkes politisches Erdbeben mit Tsumani wird, hängt davon, wie stark der Mobilisierungsgrad der Unions-Wähler sein wird. Und wie sich der Last-Minute Swift zwischen diesen beiden „Wahlsiegern“ aufteilen wird.

Selten war der Ausgang einer Bundestagswahl so spannend und so wichtig.

MdP – BUNDESTAGSWAHL: BDI entwickelt umfassende Handlungsempfehlungen für die Politik – bestes Papier zur BTW17

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat ein umfassendes Dokument mit Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik in der kommenden Legislaturperiode entwickelt. Ich habe sehr, sehr viele Wahlprüfsteine der relevanten deutschen Wirtschafts-, Branchen- und Fachverbände eingehend gelesen und komme zu dem folgenden Fazit: Das BDI Papier ist ein unglaublich gut gemachtes Dokument, sowohl inhaltlich (umfassend und tiefgehend) als auch von der Darstellung. Congrats an den BDI. 

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