MdP – HISTORY: Die reichsten Personen der Welt vor der Industriellen Revolution

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Jakob Fugger unter den Top-Ten
Immerhin, ein Deutscher hat es in diese Liste geschafft. JAKOB FUGGER mit einem Vermögen von 227 Milliarden US-Dollar in heutiger Kaufkraft.

Ich mag die Beschreibung Jakob Fuggers in dieser Infographik: „He was a true businessman, with multiple interests in sectors like mining, banking, and trading. Some historians have called Fugger the most influential businessman of all times.“

Im Vergleich zu den Kleptokraten, die die Liste ansonst anführen, ist dies ein wirkliches Kompliment.

Persönliche Befangenheit…:)
Okay, ich bin vielleicht etwas befangen für Jakob Fugger. Ich stamme ursprünglich aus der Fuggerstadt Weißenhorn. Die Fugger, die die Herrschaft in der Stadt über Jahrhunderte innehatten, unterstützten die lokalen Webereien und machten Weißenhorn zu einer blühenden Handelsstadt. Neben Augsburg ist Weißenhorn die einzige Stadt, die noch die Bezeichnung „Fuggerstadt“ führen darf.

 

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Die Infographik wurde von visualcapitalist.com erstellt und publiziert.

 

MdP – OPINION: Kleine Anmerkung zum aktuellen Wahlplakat der Marxistisch-Leninistischen Partei (MLPD)

Müsste es nicht richtigerweise „International-Sozialistische Liste“ heissen? 

Als ich dieses Plakat gestern das erste Mal gesehen habe, ist mir der Begriff „Internationalistische Liste“ aufgefallen.

Ich denke, die MLPD hat diesen Begriff bewusst gewählt, um das eigentlich Gemeinte, nämlich „International-Sozialistische Liste“ zu vermeiden.

Bei dieser korrekteren Wortwahl wäre wohl die Richtigkeit des Kurt Schumacher (SPD Parteivorsitzender von 1946 bis 1952) zugeschriebene Zitats, dass „Kommunisten nur rot-lackierte Nazis sind“ zu offensichtlich gewesen.

An dieser Stelle will ich auf eine zu differenzierte Analyse des Verhältnisses von Sozialismus und Kommunismus nicht eingehen, sonst wird das Offensichtliche nur vernebelt.

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MdP – OPINION: Winston Churchill on the Democracy Dilemma

Two Quotes of Winston Churchill on the Democracy Dilemma – But Still Nothing Better in the Pipeline than Democracies of Western-Style

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I just read a few comments on different political blogs. The democracy dilemma described by these two quotes came to back to my mind. But still: Mankind hasn’t developed a better form of government. And I don’t have the impression that there is a better and promising alternative organizational form around, neither in the phase of research, development or market introduction.

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What’s your opinion?

MdP – CLASSICS: The Clash of Civilizations by Samuel Huntington – Always Worth to Remember and Rethink

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When I was studying Economic Geographics at the Ludwig-Maximilian-University in Munich in the late 90s the groundbreaking book „Clash of Civilizations“ of  Samuel Huntington (published 1996) was a must-must-read. And I still admire the farsightedness of this masterpiece. Some „experts“ are of the opinion that Huntington created self full-filling prophecies, but I absolutely disagree. What’s your opinion?

BTW: This photo of Samuel P. Huntington was taken at the WEF 2004 in Davos.

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Map by Reddit/Mapporn and Photo by WEF 

 

MdP – CLASSICS: Bundestags-Wahlplakat der FDP 1953 und was der Eiserne Kanzler damit zu tun hat

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Eine kurze Geschichte des Liberalismus in Deutschland und was Bismarck damit zu tun hat

Die Geschichte des Liberalismus in Deutschland ist leider nicht so einfach wie in den anderen europäischen Nationen. Beispielsweise sind in Frankreich und Großbritannien die Entstehung von Demokratie, Liberalität, einer nationalen (nicht feudalistischen) Identität und eines Nationalstaats quasi gleichbedeutend und auch zeitlich deckungsgleich. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies nur in Deutschland nicht so war und dies bis heute ein Grund von politischen Missverständnissen ist.

In den anderen Staaten gab es beim Beginn von bürgerlich, liberalen Revolutionen (ja, so etwas gibt es und diese Art von Revolutionen sind sogar mehr die Regel als die Ausnahme) bereits eine nationale Bühne, eine Hauptstadt und nationale Institutionen. Das Bürgertum musste also „lediglich“ diese Bühne für sich gewinnen.

Nicht so in Deutschland. Im Revolutionsjahr 1848 gab es eine Legion von wichtigen Staaten in Deutschland, wie beispielsweise das Fürstentum Waldeck, deren Bedeutung heute aber durchaus vernachlässigbar sind. Die liberale, demokratische Idee in Deutschland musste also nicht nur eine nationale Bühne erobern, sondern diese überhaupt erst mal schaffen. Was nicht gleich gelang, deshalb die Charakterisierung von Deutschland als „verspätete Nation“, obwohl wir doch grundsätzlich eher das Bild vermitteln wollen Pünktlichkeit als Sekundär-Tugend durchaus zu schätzen.

Erst Bismarck ist die Reichsgründung 1871 gelungen, um damit eine Verspätung im nationalen Entwicklungszug aufzuholen. Allerdings unter dem Ausschluss des Habsburger Reiches, was man vielleicht, um im Bilde zu bleiben, als Verkleinerung des Streckennetzes bezeichnen könnte. Dies war übrigens die sogenannte „Klein-Deutsche Lösung“, die dann durch den Österreicher Hitler durch den Anschluss seiner Heimat an das Deutsche Reich in die sogenannte „Großdeutsche Lösung“ überführt wurde. Diese Ausweitung des Streckennetzes führte allerdings dann nicht auf die Überholspur sondern auf Abstellgleis. Aber dies ist eine andere Geschichte, erstmal zurück zum Eisernen Kanzler.

Ihm gelang die Reichsgründung nur auf dem Rücken und auf Kosten Frankreichs. Die Gründung des deutschen Nationalstaates war also immer auch mit einer Siegesfeier über den „Erbfeind“ Frankreich verbunden und fand deshalb konsequenterweise ja auch im Schloss Versailles statt. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die „Westfranken“ dies nicht als wirklich optimal empfanden und als nachhaltige Lösung für gut nachbarschaftliche Beziehungen mit einer gewissen Skepsis ablehnten.

Deutschland ist also in Europa der einzige moderne Nationalstaat der von „Oben nach unten“ und nicht „Von Unten nach Oben“ gegründet worden ist.

Diese Besonderheit bei der Gründung eines zeitgemässen und modernen Nationalstaats in diesem, unserem Lande führt bis heute zu einer etwas herausfordernderen Situation für die liberale Bewegung.

Eine gute, solide liberale Bewegung besteht bzw. sollte grundsätzlich aus drei Strömungen bestehen:

– National-Liberale
– Wirtschafts-Liberale
– Bürgerrechts-Liberale

Bismarck hat mit der deutschen Reichsgründung von Oben die National-Liberale Bewegung in Deutschland von den Wirtschaftsliberalen und Bürgerrechts-Liberalen abgespalten und damit die politische Schlagkraft einer ganzen politischen Denkrichtung massiv geschwächt.

Politisch-handwerklich war dies von Bismarck virtuos gemacht und aus der Zeit heraus war dies wohl auch politisch richtig, zumindest aber opportun. Langfristig war die Spaltung der Liberalen für einen modernen Nationalstaat vom Gewicht Deutschlands vielleicht doch eher sub-optimal, bittet aber auf jeden Fall Raum für Verbesserungen. Aber man kann wohl ohne größeren Widerspruch herauszufordern konstatieren, dass sich die Liberalen bis heute von dieser Besonderheit noch nicht völlig erholt haben. Die heute so populäre Shock and Awe Taktik kannte der alte Fuchs Bismarck offensichtlich schon.

Otto von Bismark

In diesem Zusammenhang finde ich das FDP Wahlplakat von 1953, dass den national-liberalen Flügel der Partei besonders betont, sehr interessant.

In einer Baum-Hirsch-FdP wäre eine solches Wahl-Plakat in den Parteigremien wohl nicht allzu leicht durchsetzbar gewesen. Aber Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren national-autoritäre Einstellungen noch weit verbreitet. Erst am Ende des Jahrzehnts gab es einen überzeugenden Anteil von drei Vierteln der Befragten in Umfragen, die sich für die Demokratie aussprachen.

Artikel von Michael Kraess
Wahlplakat: Bundeszentrale für politische Bildung
Bismark Foto: Bundesarchiv